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Friedensreich Hundertwasser

Friedensreich Hundertwasser

Der Architekt des Organischen

Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) war von Organischem besessen und betrachtete gerade Linien als „gottlos und unmoralisch“. Als Friedrich Stowasser geboren, nahm er das Pseudonym Hundertwasser an und betrachtete es als seine Mission, jegliche Art von Standardisierung zu negieren. Hundertwasser war ein Umweltaktivist, EU-Gegner, Philosoph, Architekt und bildender Künstler. Darüber hinaus entwarf er Stempel, Mode, Münzen, Flaggen und Poster. Stets trat er vor allem für Individualismus und Umweltschutz ein.

Hundertwassers einzigartiger Stil ist biomorph; er beschwor Unregelmäßigkeit, Irrationalität und Fruchtbarkeit und arbeitete mit grellen Farben und auffälligen Mustern, vor allem solchen, die an natürliche Formen angelehnt waren. Der Künstler lebte eine Zeitlang in Neuseeland, wo er von dem Spiralmuster koru der Māori inspiriert wurde. In Neuseeland entwarf und baute er auch einige Gebäude, doch seine berühmtesten Bauwerke sind das Hundertwasserhaus in Wien, eine multifunktionale Wohnhausanlage, das Museum Kunst Haus Wien und die Hahnsäge, eine ehemalige Sägemühle, wo der Künstler lebte und arbeitete.

Wegen seiner Verwendung von Kacheln, bunten Fassaden und organischen Formen wurde Hundertwasser oft mit Gaudí verglichen, inspiriert hatte ihn aber ursprünglich die dekorative Kunst der Wiener Secession, zu der auch Gustav Klimt gehörte. Doch seine einzigartige und fantasievolle Vitalität verleiht ihm eine Sonderstellung. Zu TASCHENs Publikationen über sein umfangreiches und vielseitiges Oeuvre gehört eine Monografie als Limited und Standard Edition, die sowohl sein bildnerisches als auch sein architektonisches Schaffen berücksichtigt. Hundertwasser entwickelte eine eigene Kunsttheorie, die er Transautomatismus nannte und die den Schwerpunkt auf die Erfahrung des Kunstbetrachters legt. Dazu passen seine architektonischen Manifeste und Aufsätze, darunter die „Nacktrede für das Anrecht auf eine dritte Haut“ von 1967, die zum Boykott monotoner Bauweisen aufruft. Ob er in Städten Bäume pflanzte oder das „Recht auf ein Fenster“ proklamierte: Hundertwassers Visionen von einer Zukunft, in der Mensch und Natur harmonieren, ist heute aktueller denn je.