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In memoriam Howard Bingham

Freund und persönlicher Fotograf Muhammad Alis

Ali and Howard in Zaire, 1974 © Howard Bingham
Ali and Howard in Zaire, 1974 © Howard Bingham
Cover of Sports ILLUSTRATED, July 13, 1998
Cover of Sports ILLUSTRATED, July 13, 1998
Mit großer Trauer gibt TASCHEN das Ableben unseres Freundes Howard L. Bingham bekannt, der am 15. Dezember 2016 in Los Angeles verstarb. Das erste Exemplar seines neuen Buches The Fight mit Texten von Norman Mailer und Fotos von ihm selbst und seinem Kollegen Neil Leifer war gerade erst am Vortag zu ihm nach Hause geliefert worden.

Kein anderer Fotograf wurde so eng mit Muhammad Ali assoziiert wie Bingham, den der Champ 1963 zu seinem „Leibfotografen“ erkor und der im Laufe der Jahre einer seiner engsten Freunde wurde. Über fünf Jahrzehnte lang folgte Bingham Ali auf Schritt und Tritt, was die Zeitschrift Sports Illustrated dazu veranlasste, 1998 ein Bild des Duos mit der Überschrift „Wer ist dieser Typ neben Howard Bingham?“ zu titeln.

Bingham, der 1939 in Jackson (Mississippi) geboren wurde, zog im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern nach Los Angeles, wo er zur Schule ging und anschließend das Compton College besuchte. Während seiner Tätigkeit für den Sentinel erhielt Bingham 1962 den Auftrag, Cassius Clay zu fotografieren, der in der Stadt die Werbetrommel für einen bevorstehenden Boxkampf rührte. Bingham ging hin und fotografierte den Event. Ein paar Stunden später traf er den Boxer zufällig auf der Straße und bot den jungen Clay-Brüdern an, ihnen die Stadt zu zeigen. Mit dieser großzügigen Geste legte er den Grundstein für eine lebenslange Freundschaft.

Während der turbulenten Sechzigerjahre dokumentierte Bingham die Rassenunruhen in den USA. Als Auftragsfotograf für Life reiste er 1968 nach Chicago, um vom Chaos des Parteitags der Demokraten zu berichten. Seine Fotoreportage für Life über Mound Bayou (Mississippi) 1969, die in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Dick Hall entstand, wurde mit dem berühmten Gemeinschaftswerk von James Agee und Walker Evans, Let Us Now Praise Famous Men (Preisen will ich die großen Männer), verglichen. Bingham fotografierte so unterschiedliche Prominente wie Adam Clayton Powell Jr., Malcolm X und den US-Präsidenten Gerald Ford. Seine Arbeiten erschienen unter anderem in Time, Sports Illustrated, People, Newsweek und Ebony.

Bingham veröffentlichte mehrere Bücher mit seinen Fotografien und diverse Sachbücher und gehörte zu den beiden Hauptfotografen von TASCHENs Tribut an Muhammad Ali, GOAT – Greatest of All Time (2013) und nun The Fight. Er hinterlässt seinen Sohn Dustin, seine Schwiegertochter Vana und seine Enkelin Kennedi. Wir werden ihn alle sehr vermissen.

© Alle Fotos: Howard Bingham