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Haie – die verkannte Spezies

Philippe Cousteau jr. über die Zusammenarbeit mit Michael Muller

Schwarm von Bogenstirn-Hammerhaien, Galapagosinseln, Oktober 2008. „Hammerhaie gehörten für mich immer schon zu den coolsten Haien. Um Menschen machen sie einen großen Bogen; wenn sie Druckluftblasen sehen, drehen sie ab. Bogenstirn-Hammerhaie schwimmen für gewöhnlich in großen Schulen.“
Schwarm von Bogenstirn-Hammerhaien, Galapagosinseln, Oktober 2008. „Hammerhaie gehörten für mich immer schon zu den coolsten Haien. Um Menschen machen sie einen großen Bogen; wenn sie Druckluftblasen sehen, drehen sie ab. Bogenstirn-Hammerhaie schwimmen für gewöhnlich in großen Schulen.“
Zitronenhaie, Tiger Beach, November 2014. „Jahrelang war die meistgestellte Frage an mich: ,War es jemals richtig knapp?‘ Die Antwort war stets ,Nein‘, bis zu einem Ausflug, bei dem wir Haie mit einem Stück Fisch köderten. Binnen weniger Sekunden spürte ich, wie etwas meinen Kopf rammte. Ohne nachzudenken, griff ich nach hinten und schlug einfach nach dem, was da war. Als ich ins Boot zurückkehrte, erzählte man mir, dass ein Zitronenhai mit aufgesperrtem Maul gerade auf meinen Kopf zugeschwommen war, mich aber zuerst mit seiner Nase traf und dann von meinem Schlag in die Flucht getrieben wurde.“
Zitronenhaie, Tiger Beach, November 2014. „Jahrelang war die meistgestellte Frage an mich: ,War es jemals richtig knapp?‘ Die Antwort war stets ,Nein‘, bis zu einem Ausflug, bei dem wir Haie mit einem Stück Fisch köderten. Binnen weniger Sekunden spürte ich, wie etwas meinen Kopf rammte. Ohne nachzudenken, griff ich nach hinten und schlug einfach nach dem, was da war. Als ich ins Boot zurückkehrte, erzählte man mir, dass ein Zitronenhai mit aufgesperrtem Maul gerade auf meinen Kopf zugeschwommen war, mich aber zuerst mit seiner Nase traf und dann von meinem Schlag in die Flucht getrieben wurde.“
Stars mit Biss – Hollywoodfotograf Michael Muller taucht ab mit einer 1200-Watt Beleuchtungsapparatur und zeigt Haie, wie sie noch nie zuvor zu sehen waren

Was mich am meisten beeindruckte, als ich einen Weißen Hai aus nächster Nähe zu sehen bekam, waren weder der klaffende Rachen noch die Unmenge ordentlich aufgereihter Zähne. Es waren nicht der Fünf- Meter-Leib und auch nicht die Mühelosigkeit, mit der dieses Tier durchs Wasser glitt. Nein, mehr als alles andere blieben mir seine Augen in Erinnerung. Aus der Entfernung wirken die Augen eines Weißen Hais wie schwarze Löcher, so stumpf und teilnahmslos wie ein Albtraum nach einem Horrorfilm. Doch wenn man das furchterregende Klischee vom aus der Tiefe emporschießenden Ungeheuer außer Acht lässt und Gelegenheit hat, seine Augen wirklich genau zu betrachten, sieht man etwas völlig anderes. Es sind Augen von unerwarteter Tiefe, mit einem feinen blauen Ring um die Pupillen, und sie fixierten mich, als er an meinem Käfig vorüberschwamm. In dem Moment sah ich keine blinde Wut oder maßlose Fresslust, wie sie uns so oft als die einzigen Emotionen, die Haie antreiben, suggeriert werden. Was ich in diesen Augen sah, war Neugier.

Eine spannende Gelegenheit, einigen Weißen Haien tief ins Auge zu blicken, sollte sich mir dank Michael Muller bei einer Expedition im September 2012 bieten. Er hatte mir schon unzählige Male von Guadalupe vorgeschwärmt, einem der wenigen Orte, an denen Weiße Haie sich regelmäßig einmal im Jahr versammeln. Ich ließ mich also schnell überreden, Michael auf seine Expedition zu begleiten. Ich bin am und im Meer groß geworden, und Haie haben mich schon immer fasziniert. Von Kindheit an hatte ich den Wunsch, mit Weißen Haien zu tauchen. Unsere Expedition sollte fünf Tage dauern, und ich kann mich an keine Minute erinnern, in der Michael nicht fotografiert oder oben an Deck an seiner Ausrüstung herumgebastelt hätte. Seine Begeisterung und Leidenschaft waren absolut ansteckend. Was mich vielleicht noch mehr als alles andere beeindruckte, war die Tatsache, dass Michael als äußerst erfolgreicher Hollywoodfotograf so viel Zeit und Geld in den Schutz von Haien investierte. Er hat sein in Hollywood perfektioniertes Können auf die Naturfotografie übertragen und dabei eine völlig neue Perspektive entwickelt. Seine Bilder fesseln die Fantasie und halten sie gefangen, durch sie sehen wir Haie mit seinen Augen, erfahren im Zuge dessen die Wahrheit über diese großartigen Geschöpfe und werden hoffentlich dazu inspiriert, uns aktiv für ihren Schutz einzusetzen. Haie werden verkannt und oft als Bösewichte verteufelt, doch Michael konzentriert sich einzig darauf, sie zu feiern, mit Bildern, die die Poesie ihrer Bewegungen und ihre majestätische Erhabenheit auf eine Weise einfangen, die Ehrfurcht und Staunen hervorruft. Michael riskiert für Haie buchstäblich sein Leben. Die meisten Unterwasserfotografen gehen mit einem, allenfalls zwei 400-Watt- Blitzen auf Tauchstation, doch er veranstaltet regelrechte Shootings mit einer ganzen Lichtanlage aus entfesselten 1200-Watt- Blitzen samt Verka-belung und Assisten-ten. Ein weiteres Risiko ist, dass Michael das gesamte Projekt selbst finanziert.

Das Ganze als Liebhaberei zu bezeichnen wäre eine Untertreibung, denn Michael will mehr als nur Fantasien beflügeln. Er will die sehr realen Gefahren aufzeigen, die Haie bedrohen, sei es die andauernde weltweite Verfolgung durch Sportangler oder das Massaker an jährlich bis zu 100 Millionen Tieren, die ihrer Flossen wegen sterben müssen. Er weiß, dass die Zeit zur Rettung der Haie knapp wird.

Indem er Fotokunst und Filmtechnik verbindet, fängt Michael die Meereswelt so ein, dass es Ihnen den Atem verschlagen wird. Seine Geschichte wird Sie bewegen und Ihnen Einblicke in eine völlig fremde Welt von roher Kraft und Wahrhaftigkeit eröffnen. Wenn Sie in den Fotografien dieses Buches schwelgen, stellen Sie sich nur für einen Moment eine Zukunft ohne Haie vor, eine Welt ohne diese herrlichen, wichtigen Geschöpfe, die die Weltmeere durchstreifen, ohne Haigeschichten und -bilder, die uns und kommende Generationen begeistern, ohne den wichtigen Beitrag, den sie zur Erhaltung unserer Meere leisten. Haie durch Michaels Augen zu sehen wird Sie ebenso verzaubern wie mich, und ich hoffe, dass dieses Buch Sie dazu anregen kann, Haie neu zu betrachten und mit uns dafür zu kämpfen, dass es nie eine Welt ohne Haie geben wird.

© alle Bilder: Michael Muller