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Meine beste Aufnahme

Bruce Talamon erzählt die Geschichte hinter seinem Kultfoto von Maurice White bei den Pyramiden

Bruce Talamons Foto von Maurice White von Earth, Wind & Fire, der auf die ägyptischen Pyramiden zugeht, zählt zu den berühmtesten Bildern des Jahrzehnts, in dem Talamon die Königinnen und Könige von Funk, Soul und R&B ablichtete. Anlässlich der Veröffentlichung seiner TASCHEN-Monografie verrät er uns, wie diese ikonische Aufnahme zustande kam:

Als Fotograf lernt man, dass man eine Aufnahme nicht immer inszenieren kann – man muss einfach permanent auf dem Quivive sein. Wenn man zu sehr auf ein bestimmtes Motiv fixiert ist, kann man den entscheidenden Moment womöglich verpassen.

Ich liebe all meine Fotografien, aber diejenige, die ich am meisten liebe, ist wahrscheinlich die von Maurice White, der auf die Pyramiden zuläuft – und sie verdankt sich einem reinen Zufall! Es war 1979, und ich war auf Tournee mit Earth, Wind & Fire, die sich immer sehr stark für die Ägyptologie begeisterten. Vor allem Maurice. So kam mir die Idee, die Gruppe bei Sonnenaufgang vor den Pyramiden zu fotografieren. Maurice war begeistert, bis ich sagte, wir müssten um halb fünf Uhr morgens dort sein! Er schlug vor, es doch lieber mittags zu machen. Damit war natürlich meine Idee mit dem Sonnenaufgang beim Teufel, aber wir fuhren hin, machten ein paar nette Aufnahmen, und dann, nachdem wir fertig waren, ging Maurice zurück zum Van und schnappte sich meinen weißen Reflexschirm. Er trug ihn wie einen Sonnenschirm und spazierte damit umher – man darf nicht vergessen, dass es da draußen höllisch heiß war –, als ich ihn plötzlich entdeckte. Und ich tat etwas, was man eigentlich nicht mit Maurice White machen darf: Ich schrie ihn an! Ich brüllte: „Maurice, sag nichts, dreh dich einfach um, und geh zurück zu den Pyramiden!“

Er ging zurück, und das war die Aufnahme. Ich verwendete ein Teleobjektiv, um die Szene zu komprimieren, damit die Pyramiden – die in Wirklichkeit eine Meile oder mehr voneinander entfernt stehen – im Bild aussahen, als stünden sie eng beieinander. Dann wartete und wartete ich, bis Maurice perfekt im Bild war, und verschoss einen ganzen Film. Es wurde Maurice’ Lieblingsbild und meines auch. Und nach seinem Tod ging die Aufnahme durch alle sozialen Medien. Sie schien auszudrücken, dass er nun auf dem Weg nach Hause sei.

Wenn ich mir dieses Foto heute anschaue, bin ich froh, dass ich Fotograf geworden bin, statt Jura zu studieren, und so zu einem Archivar der schwarzen Populärkultur und ihrer Protagonisten werden konnte.