"Ihre Arbeiten erinnern mich an den Zugang, den Diane Arbus zu ihren Themen gefunden hat."
—Richard Prince. Naomi Harris, America Swings.
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R.P.: Du hast mir erzählt, dass dich an einem der Strände jemand angesprochen hat und dich eingeladen hat, mit ihm zu einer Swingerparty zu gehen … Bist du so auf das Thema "Swinger" gekommen?
N.H.: An diesem Strand habe ich "Roger" kennengelernt, einen Mann um die 60, der sich als Swinger entpuppte. Als ich diesen Strand entdeckte, wusste ich anfangs nicht, dass ein gehöriger Anteil dieser Nudisten auch Swinger war, die an diesem Strand Orgien veranstalteten, wenn die Sonne unterging. Ich musste warten, bis ich als "Key" in den Trapeze-Klub in Fort Lauderdale
eingeladen wurde. An einem Samstagabend, kurz bevor ich 2002 aus Miami wegzog, holte ich also "Roger" ab, und wir fuhren zusammen zu diesem Klub. Er lag in einer Einkaufsmeile in einem Gewerbegebiet. Unauffällig, von außen absolut schäbig, aber drinnen gab es eine Tanzfläche und ein großes Büfett inklusive Koch mit großer Kochmütze, der Roastbeef aufschnitt und Kartoffelgratin servierte.Wir fraßen uns voll, und 20 Minuten später gingen wir dann ins Hinterzimmer,wo sich der ganze Sex abspielte. Angezogen durfte man nicht nach hinten; man musste sich ein Badetuch umbinden. Als Nudistin hatte ich damit keine Probleme, aber als junge Dame fühlte ich mich wie bei der Fleischbeschau. Wir gingen in den Raum für Gruppensex, der mehr oder weniger aus einer Reihe von sechs nicht zusammenpassenden Betten bestand. Es war das erste Mal, dass ich jemandem live beim Sex zusah. "Roger" beugte sich zu mir rüber und sagte: "Ist das nicht geil?" Ich nickte zustimmend, aber in Wirklichkeit musste ich mir das Lachen verkneifen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich beinahe platzte von dem reichhaltigen Essen, oder weil ich in so vieler Hinsicht immer noch so kindisch bin, jedenfalls fand ich das Ganze absolut zum Totlachen. Und alle nahmen das Ganze total ernst.Wir blieben und sahen ein paar Stunden lang zu, aber keiner von uns beiden hat mitgemacht. Das war so vereinbart. Ich war sein Gast, aber er hatte keinerlei Erwartungen an mich. Als wir gingen, wusste ich, dass ich das fotografieren musste,weil niemand glauben würde,was ich zu erzählen hatte.
R.P.: Ich nehme mal an, jemand wie Diane Arbus gehört zu deinen Vorbildern, aber gibt es noch andere Fotografen, die du wirklich schätzt, auf die man nicht so leicht kommt?
N.H.: Ich bewundere Diane Arbus.Was ich an ihr so mag, ist, dass sie sich von Menschen angezogen fühlte, die andere nicht beachten. Man sieht den Fotos an, dass sie mit den Leuten interagiert hat, die sie fotografierte; als reinem Beobachter gelingen einem derartige Fotos nicht. Außerdem liebe ich den englischen Fotografen Martin Parr sehr, den schwedischen Fotografen Lars Tunbjörk, die frühen Arbeiten von Richard Billingham und Nick Waplington. Ebenso Bellocq, Disfarmer und August Sander. Ich nehme an, es wird ein Muster erkennbar: Ich liebe das Obskure und den Realismus. Ich sehe zu gerne, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, und liebe Fotografen, die in der Lage sind, sich Zugang zu wirklich harten Situationen zu verschaffen.
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R.P.: Du hast mir erzählt, dass dich an einem der Strände jemand angesprochen hat und dich eingeladen hat, mit ihm zu einer Swingerparty zu gehen … Bist du so auf das Thema "Swinger" gekommen?
N.H.: An diesem Strand habe ich "Roger" kennengelernt, einen Mann um die 60, der sich als Swinger entpuppte. Als ich diesen Strand entdeckte, wusste ich anfangs nicht, dass ein gehöriger Anteil dieser Nudisten auch Swinger war, die an diesem Strand Orgien veranstalteten, wenn die Sonne unterging. Ich musste warten, bis ich als "Key" in den Trapeze-Klub in Fort Lauderdale
eingeladen wurde. An einem Samstagabend, kurz bevor ich 2002 aus Miami wegzog, holte ich also "Roger" ab, und wir fuhren zusammen zu diesem Klub. Er lag in einer Einkaufsmeile in einem Gewerbegebiet. Unauffällig, von außen absolut schäbig, aber drinnen gab es eine Tanzfläche und ein großes Büfett inklusive Koch mit großer Kochmütze, der Roastbeef aufschnitt und Kartoffelgratin servierte.Wir fraßen uns voll, und 20 Minuten später gingen wir dann ins Hinterzimmer,wo sich der ganze Sex abspielte. Angezogen durfte man nicht nach hinten; man musste sich ein Badetuch umbinden. Als Nudistin hatte ich damit keine Probleme, aber als junge Dame fühlte ich mich wie bei der Fleischbeschau. Wir gingen in den Raum für Gruppensex, der mehr oder weniger aus einer Reihe von sechs nicht zusammenpassenden Betten bestand. Es war das erste Mal, dass ich jemandem live beim Sex zusah. "Roger" beugte sich zu mir rüber und sagte: "Ist das nicht geil?" Ich nickte zustimmend, aber in Wirklichkeit musste ich mir das Lachen verkneifen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich beinahe platzte von dem reichhaltigen Essen, oder weil ich in so vieler Hinsicht immer noch so kindisch bin, jedenfalls fand ich das Ganze absolut zum Totlachen. Und alle nahmen das Ganze total ernst.Wir blieben und sahen ein paar Stunden lang zu, aber keiner von uns beiden hat mitgemacht. Das war so vereinbart. Ich war sein Gast, aber er hatte keinerlei Erwartungen an mich. Als wir gingen, wusste ich, dass ich das fotografieren musste,weil niemand glauben würde,was ich zu erzählen hatte.
R.P.: Ich nehme mal an, jemand wie Diane Arbus gehört zu deinen Vorbildern, aber gibt es noch andere Fotografen, die du wirklich schätzt, auf die man nicht so leicht kommt?
N.H.: Ich bewundere Diane Arbus.Was ich an ihr so mag, ist, dass sie sich von Menschen angezogen fühlte, die andere nicht beachten. Man sieht den Fotos an, dass sie mit den Leuten interagiert hat, die sie fotografierte; als reinem Beobachter gelingen einem derartige Fotos nicht. Außerdem liebe ich den englischen Fotografen Martin Parr sehr, den schwedischen Fotografen Lars Tunbjörk, die frühen Arbeiten von Richard Billingham und Nick Waplington. Ebenso Bellocq, Disfarmer und August Sander. Ich nehme an, es wird ein Muster erkennbar: Ich liebe das Obskure und den Realismus. Ich sehe zu gerne, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, und liebe Fotografen, die in der Lage sind, sich Zugang zu wirklich harten Situationen zu verschaffen.
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Naomi Harris, America Swings
Hardcover, Schuber, 37 x 29 cm (14.6 x 11.4 in.), 256 Seiten
$ 500.00
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Auf Fotosafari im amerikanischen Swingerdschungel. Limitierte Auflage von 1.000 nummerierten Exemplaren, signiert von Naomi Harris und Richard Prince.






