Olga – eine Annäherung: Die Frauen hinter und vor der Kamera
Von Catherine Millet. Aus 'Bettina Rheims, The Book of Olga'
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Die Frau, die in einem roten Korsett posiert, rittlings auf einen jungen Mann steigt, ihre Netzstrumpfhose zerreißt, um den Schmuck an ihren Schamlippen bloßzulegen, ist klug genug, um zu wissen, was sie da tut.
Bettina erklärte mir, sie könne – ganz allgemein gesagt – "ohne das Verlangen des Anderen nicht arbeiten, denn dieses Verlangen weckt mein eigenes".Wie reagiert sie also in dieser Situation, wenn sie dem Verlangen von zwei Menschen entsprechen soll, die zwar verheiratet sind, aber doch stets zwei unterschiedliche Persönlichkeiten bleiben? Bettina hatte den Ehemann gebeten, während der Aufnahmen nicht anwesend zu sein. Man kann sich aber gut vorstellen, dass seine Präsenz trotzdem spürbar war: Er ist der Auftraggeber, der – so Bettina – ihre künstlerische Freiheit nicht nur vollkommen respektiert, sondern sie sogar in ihrem Mut bestärkt; und er ist sicherlich auch der Betrachter, dem sich das Modell als erstes präsentiert. Doch woran denkt dieses Modell, wenn es – die Peitsche in der Hand – einen unendlich sanften Gesichtsausdruck zur Schau stellt? Und wenn sie, statt der Peitsche nun einen Dildo hält und so wirkt, als plaudere sie gerade mit ihrer besten Freundin? "Wir haben uns angefreundet", kommentiert Bettina.
Im Hinblick auf die Accessoires, die sie ihrem Modell an die Hand gibt, erklärt Bettina: "Zuerst wäre es mir lieber gewesen, sie hätte sie wirklich benutzt." Aber dann wird ihr sofort klar, dass sie mit der Distanz, die von diesem Modell ausgeht, arbeiten muss. Und so kleidet sie Olga wie eine Cabaret-Tänzerin und lässt sie wie ein kleines Mädchen auf einer Wiese mit Äpfeln spielen. Sie platziert einen jungen Mann zu ihren Füßen, einen zweiten in ihre Arme und fängt gleichzeitig den zurückhaltenden Blick ein, den sie ihr zuwirft. Sie stellt ihr Modell gegen eine Wand und lichtet sie gerade in dem Moment ab, in dem sie sich voll und ganz der Lust hingibt, und schafft so das ausdrucksstärkste Bild des ganzen Buches. Es ist diese ambivalente Geste, mit der Bettina Rheims diese Frau in jeder Hinsicht bloßstellt, sie den Risiken dieser Verführungen aussetzt, sie vor unser aller Augen zur Schau stellt und doch zugleich erklärt: "Ich habe sie beschützt." Tatsächlich ist diese Ambivalenz typisch für Bettina Rheims, die bereits unschuldige junge Mädchen halbnackt wie Prostituierte fotografiert hat – Ikonen der Schönheit, ihre Körper bedeckt von Schweiß und blauen Flecken – oder die mutierenden Körper jener, die beschlossen haben, ihr Geschlecht zu ändern. Sie hat begriffen, dass genau das ihre Berufung ist: Schwebezustände zu zeigen – allerdings unverblümt.
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Die Frau, die in einem roten Korsett posiert, rittlings auf einen jungen Mann steigt, ihre Netzstrumpfhose zerreißt, um den Schmuck an ihren Schamlippen bloßzulegen, ist klug genug, um zu wissen, was sie da tut.
Bettina erklärte mir, sie könne – ganz allgemein gesagt – "ohne das Verlangen des Anderen nicht arbeiten, denn dieses Verlangen weckt mein eigenes".Wie reagiert sie also in dieser Situation, wenn sie dem Verlangen von zwei Menschen entsprechen soll, die zwar verheiratet sind, aber doch stets zwei unterschiedliche Persönlichkeiten bleiben? Bettina hatte den Ehemann gebeten, während der Aufnahmen nicht anwesend zu sein. Man kann sich aber gut vorstellen, dass seine Präsenz trotzdem spürbar war: Er ist der Auftraggeber, der – so Bettina – ihre künstlerische Freiheit nicht nur vollkommen respektiert, sondern sie sogar in ihrem Mut bestärkt; und er ist sicherlich auch der Betrachter, dem sich das Modell als erstes präsentiert. Doch woran denkt dieses Modell, wenn es – die Peitsche in der Hand – einen unendlich sanften Gesichtsausdruck zur Schau stellt? Und wenn sie, statt der Peitsche nun einen Dildo hält und so wirkt, als plaudere sie gerade mit ihrer besten Freundin? "Wir haben uns angefreundet", kommentiert Bettina.
Im Hinblick auf die Accessoires, die sie ihrem Modell an die Hand gibt, erklärt Bettina: "Zuerst wäre es mir lieber gewesen, sie hätte sie wirklich benutzt." Aber dann wird ihr sofort klar, dass sie mit der Distanz, die von diesem Modell ausgeht, arbeiten muss. Und so kleidet sie Olga wie eine Cabaret-Tänzerin und lässt sie wie ein kleines Mädchen auf einer Wiese mit Äpfeln spielen. Sie platziert einen jungen Mann zu ihren Füßen, einen zweiten in ihre Arme und fängt gleichzeitig den zurückhaltenden Blick ein, den sie ihr zuwirft. Sie stellt ihr Modell gegen eine Wand und lichtet sie gerade in dem Moment ab, in dem sie sich voll und ganz der Lust hingibt, und schafft so das ausdrucksstärkste Bild des ganzen Buches. Es ist diese ambivalente Geste, mit der Bettina Rheims diese Frau in jeder Hinsicht bloßstellt, sie den Risiken dieser Verführungen aussetzt, sie vor unser aller Augen zur Schau stellt und doch zugleich erklärt: "Ich habe sie beschützt." Tatsächlich ist diese Ambivalenz typisch für Bettina Rheims, die bereits unschuldige junge Mädchen halbnackt wie Prostituierte fotografiert hat – Ikonen der Schönheit, ihre Körper bedeckt von Schweiß und blauen Flecken – oder die mutierenden Körper jener, die beschlossen haben, ihr Geschlecht zu ändern. Sie hat begriffen, dass genau das ihre Berufung ist: Schwebezustände zu zeigen – allerdings unverblümt.
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Vergriffen!
Bettina Rheims, The Book of Olga
Hardcover + Box, 29.2 x 43.7 cm (11.5 x 17.2 in.), 154 Seiten
$ 850.00
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So sexy hat die französische Fotografin Bettina Rheims noch für kein Buch fotografiert: gewagte Porträts einer hinreißenden Frau, in Auftrag gegeben von ihrem millionenschweren Ehemann. Limitierte Auflage von 1.000 nummerierten Exemplaren, signiert von Bettina Rheims.





