Sünde, Zigaretten und Stilettos
Von Eric Godtland. Auszug aus dem Buch 'True Crime Detective Magazines'
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Ein weiterer schwerer Schlag war die Papierrationierung im Krieg. Viele Magazine mussten ihr Erscheinen vorübergehend einstellen, und für einige war es das endgültige Aus.Nach dem Ende der Papierrationierung beim holzhaltigen Pulp-Papier zu bleiben,war jedoch die folgenschwerste Entscheidung der Verleger. Dieses Material war weitaus billiger als gutes Papier und versprach größere Gewinnspannen. Doch das leitete einen allgemeinen Qualitätsverlust ein, der letztendlich das Ende des Genres bedeutete. Man investierte nicht mehr so viel in die Nachforschungen, und damit wurden die Magazine für den Leser nicht nur unattraktiver, sondern auch weniger aussagekräftig. Dann, im Januar 1947, geschah ein Verbrechen, das die Ausrichtung der Magazine für die restliche Zeit ihres Bestehens bestimmen sollte. Der Mordfall Black Dahlia, in dem der nackte und verstümmelte Körper eines Starlets aus Hollywood gefunden wurde, fesselte die Leser der Detective Magazines. So schrecklich das Verbrechen war, den Verlegern, die um ihre schrumpfende Leserschaft kämpften, entging nicht, dass in dieser Story viel Sexappeal steckte. noch vor Ende des Jahrzehnts waren auch die meisten anderen Magazine auf schlüpfrige Geschichten umgeschwenkt und betonten bei jeder Art von Verbrechen deren sexuelle Aspekte.
Für den Sammler von knalliger, sexuell expliziter Bildsprache stellen die späten 1940er- und die 1950er-Jahre den Höhepunkt in der Geschichte der Detective Magazines dar. Frühere Hefte hatten eine bessere Druckqualität, waren besser geschrieben, und die Titelbilder wurden von ausgebildeten Künstlern gemalt, doch erst in den 1950er-Jahren wurde das für solche Magazine archetypische Bad Girl zur Ikone stilisiert.Women in Crime, Crime Girls, Women on Trial, Ladies of the Underworld, Crime Confessions, Girl Spies, Sensational Exposes und Vice Squad sind nur einige der Titel aus den 1950ern, die mit Femmes fatales lockten und das Bild von der Frau als Verführerin zementierten. In den 1950er-Jahren stand das Bild einer rauchenden, schlagfertigen,umwerfend aussehenden Schlampe in geschlitztem Rock oder brustbetontem, hautengem Pullover – oder noch besser im gestreiften engen Top eines Taxigirls – für alles,woran man sich die Finger verbrennen konnte. Selbst als sie gegen Ende des Jahrzehnts die Metamorphose zum kriminellen Teenager vollzogen, sahen sie in Nietenhose und Lederjacke, mit verächtlich verzogenem Mund und wippenden, hochtoupierten Haaren nur allzu hinreißend aus,wenn sie schließlich im Polizeigriff abgeführt wurden.Was sie ausgefressen hatten? Such dir was aus, Joe. Diese Herzchen haben so ziemlich alles angestellt, vom Herumtreiben mit Halbstarken bis zu wilden Drogenpartys. Und mach dir nicht die Mühe, nachzufragen, wie ein so entzückendes ehemaliges Mitglied des Schulchors in diesen Sumpf von Verbrechen und Unzucht geraten konnte. In den 1950ern kannte der Mann in den besten Jahren, der typische Leser der Detective Magazines, die Antwort nur zu gut.Wenn man sie nicht hart an der moralischen Kandare hielt, durch Kinder, Küche und Kirche ans Haus fesselte und mit Hüftgürteln, Schürzen und damenhaften Perlenketten einschnürte,war jeder Frau jederzeit alles zuzutrauen. Nur eine kleine Unachtsamkeit der Moralwächter, und schon sind wir wieder im Garten Eden und nur einen Biss in den Apfel vom Sündenfall entfernt. Frag den nächsten Prediger, mein Freund – alle Frauen sind schlecht.
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Ein weiterer schwerer Schlag war die Papierrationierung im Krieg. Viele Magazine mussten ihr Erscheinen vorübergehend einstellen, und für einige war es das endgültige Aus.Nach dem Ende der Papierrationierung beim holzhaltigen Pulp-Papier zu bleiben,war jedoch die folgenschwerste Entscheidung der Verleger. Dieses Material war weitaus billiger als gutes Papier und versprach größere Gewinnspannen. Doch das leitete einen allgemeinen Qualitätsverlust ein, der letztendlich das Ende des Genres bedeutete. Man investierte nicht mehr so viel in die Nachforschungen, und damit wurden die Magazine für den Leser nicht nur unattraktiver, sondern auch weniger aussagekräftig. Dann, im Januar 1947, geschah ein Verbrechen, das die Ausrichtung der Magazine für die restliche Zeit ihres Bestehens bestimmen sollte. Der Mordfall Black Dahlia, in dem der nackte und verstümmelte Körper eines Starlets aus Hollywood gefunden wurde, fesselte die Leser der Detective Magazines. So schrecklich das Verbrechen war, den Verlegern, die um ihre schrumpfende Leserschaft kämpften, entging nicht, dass in dieser Story viel Sexappeal steckte. noch vor Ende des Jahrzehnts waren auch die meisten anderen Magazine auf schlüpfrige Geschichten umgeschwenkt und betonten bei jeder Art von Verbrechen deren sexuelle Aspekte.
Für den Sammler von knalliger, sexuell expliziter Bildsprache stellen die späten 1940er- und die 1950er-Jahre den Höhepunkt in der Geschichte der Detective Magazines dar. Frühere Hefte hatten eine bessere Druckqualität, waren besser geschrieben, und die Titelbilder wurden von ausgebildeten Künstlern gemalt, doch erst in den 1950er-Jahren wurde das für solche Magazine archetypische Bad Girl zur Ikone stilisiert.Women in Crime, Crime Girls, Women on Trial, Ladies of the Underworld, Crime Confessions, Girl Spies, Sensational Exposes und Vice Squad sind nur einige der Titel aus den 1950ern, die mit Femmes fatales lockten und das Bild von der Frau als Verführerin zementierten. In den 1950er-Jahren stand das Bild einer rauchenden, schlagfertigen,umwerfend aussehenden Schlampe in geschlitztem Rock oder brustbetontem, hautengem Pullover – oder noch besser im gestreiften engen Top eines Taxigirls – für alles,woran man sich die Finger verbrennen konnte. Selbst als sie gegen Ende des Jahrzehnts die Metamorphose zum kriminellen Teenager vollzogen, sahen sie in Nietenhose und Lederjacke, mit verächtlich verzogenem Mund und wippenden, hochtoupierten Haaren nur allzu hinreißend aus,wenn sie schließlich im Polizeigriff abgeführt wurden.Was sie ausgefressen hatten? Such dir was aus, Joe. Diese Herzchen haben so ziemlich alles angestellt, vom Herumtreiben mit Halbstarken bis zu wilden Drogenpartys. Und mach dir nicht die Mühe, nachzufragen, wie ein so entzückendes ehemaliges Mitglied des Schulchors in diesen Sumpf von Verbrechen und Unzucht geraten konnte. In den 1950ern kannte der Mann in den besten Jahren, der typische Leser der Detective Magazines, die Antwort nur zu gut.Wenn man sie nicht hart an der moralischen Kandare hielt, durch Kinder, Küche und Kirche ans Haus fesselte und mit Hüftgürteln, Schürzen und damenhaften Perlenketten einschnürte,war jeder Frau jederzeit alles zuzutrauen. Nur eine kleine Unachtsamkeit der Moralwächter, und schon sind wir wieder im Garten Eden und nur einen Biss in den Apfel vom Sündenfall entfernt. Frag den nächsten Prediger, mein Freund – alle Frauen sind schlecht.
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