"Als Fotograf muss man sich gelegentlich unsichtbar machen können."
Steve Schapiro. Auszug aus dem Buch 'The Godfather Family Album'
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Bei Der Pate III war ich nicht nur mit den Standfotos beauftragt, sondern sollte auch ein geeignetes Motiv für das Filmplakat suchen. Man entschied sich, dass ich während der Dreharbeiten in Palermo eine Aufnahme von Al Pacino machen sollte; er sollte in einem Raum sitzen,während Licht durch die Fenster hinter ihm fällt und sich auf dem Boden spiegelt. Pflichtbewusst bereiteten wir um neun Uhr morgens alles vor; das Licht war genauso wunderbar,wie ich es mir vorgestellt hatte. Dann warteten wir. Und warteten. Und warteten noch etwas länger. Die Szene, die gerade in der Bibliothek gedreht wurde,war relativ lang, und Al fand einfach keine Zeit für uns. Die Zeit verrann, und schließlich wurde es fünf Uhr nachmittags, bis Al endlich für die Aufnahme zur Verfügung stand.
Bei manchen Schauspielern musste ich mich auf den Kopf stellen, bis ich von ihnen bekam,was ich sehen wollte
Bis dahin war es mit diesem speziellen Lichteinfall natürlich vorbei. Ich hatte ein Strobolicht, um Al von der Seite anzuleuchten, aber die einzige Möglichkeit, bei Fenster und Boden jenes Licht zu bekommen, das wir eingeplant hatten,war eine Belichtungszeit von vier Sekunden. Nun ist Al Pacino nicht unbedingt ein Mensch, der gerne längere Zeit stillsitzt. Ich drückte auf den Auslöser, das Strobolicht ging los – und Al auch. Bevor wir irgendetwas sagen konnten,war er plötzlich aufgestanden und hatte eine völlig andere Position eingenommen. Ich verschoss einen kompletten Film, auf dem man ihn nur in Doppelbelichtung sah.
Schließlich erklärte ich ihm detaillierter,was wir im Sinne hatten. Wir beschränkten uns auf drei Sekunden Belichtungszeit. Al saß still, und das Foto wurde genau das Plakatmotiv, das uns vorgeschwebt hatte, ohne dass noch sehr viel retuschiert werden musste. Die Pate-Trilogie erzählt von Liebe, Ehre, Rache und Gewalt, von familiärem Zusammenhalt und familiären Konflikten und von der Ablösung der einen Generation durch eine neue. Sie spricht Themen an, die uns alle berühren. Drehbuch, Regie, die Besetzung, das Licht, Kostüme und Kulisse, alles passte perfekt zusammen. Ich schätze mich überglücklich, dass ich die Dreharbeiten vor Ort verfolgen durfte und auch so manchen denkwürdigen Moment hinter den Kulissen. Ich hoffe, dieses Buch kann zumindest einen kleinen Eindruck von dem wiedergeben,was ich beim Dreh des Paten erlebte.
—Steve Schapiro, Chicago, 2008
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Bei Der Pate III war ich nicht nur mit den Standfotos beauftragt, sondern sollte auch ein geeignetes Motiv für das Filmplakat suchen. Man entschied sich, dass ich während der Dreharbeiten in Palermo eine Aufnahme von Al Pacino machen sollte; er sollte in einem Raum sitzen,während Licht durch die Fenster hinter ihm fällt und sich auf dem Boden spiegelt. Pflichtbewusst bereiteten wir um neun Uhr morgens alles vor; das Licht war genauso wunderbar,wie ich es mir vorgestellt hatte. Dann warteten wir. Und warteten. Und warteten noch etwas länger. Die Szene, die gerade in der Bibliothek gedreht wurde,war relativ lang, und Al fand einfach keine Zeit für uns. Die Zeit verrann, und schließlich wurde es fünf Uhr nachmittags, bis Al endlich für die Aufnahme zur Verfügung stand.
Bei manchen Schauspielern musste ich mich auf den Kopf stellen, bis ich von ihnen bekam,was ich sehen wollte
Bis dahin war es mit diesem speziellen Lichteinfall natürlich vorbei. Ich hatte ein Strobolicht, um Al von der Seite anzuleuchten, aber die einzige Möglichkeit, bei Fenster und Boden jenes Licht zu bekommen, das wir eingeplant hatten,war eine Belichtungszeit von vier Sekunden. Nun ist Al Pacino nicht unbedingt ein Mensch, der gerne längere Zeit stillsitzt. Ich drückte auf den Auslöser, das Strobolicht ging los – und Al auch. Bevor wir irgendetwas sagen konnten,war er plötzlich aufgestanden und hatte eine völlig andere Position eingenommen. Ich verschoss einen kompletten Film, auf dem man ihn nur in Doppelbelichtung sah.
Schließlich erklärte ich ihm detaillierter,was wir im Sinne hatten. Wir beschränkten uns auf drei Sekunden Belichtungszeit. Al saß still, und das Foto wurde genau das Plakatmotiv, das uns vorgeschwebt hatte, ohne dass noch sehr viel retuschiert werden musste. Die Pate-Trilogie erzählt von Liebe, Ehre, Rache und Gewalt, von familiärem Zusammenhalt und familiären Konflikten und von der Ablösung der einen Generation durch eine neue. Sie spricht Themen an, die uns alle berühren. Drehbuch, Regie, die Besetzung, das Licht, Kostüme und Kulisse, alles passte perfekt zusammen. Ich schätze mich überglücklich, dass ich die Dreharbeiten vor Ort verfolgen durfte und auch so manchen denkwürdigen Moment hinter den Kulissen. Ich hoffe, dieses Buch kann zumindest einen kleinen Eindruck von dem wiedergeben,was ich beim Dreh des Paten erlebte.
—Steve Schapiro, Chicago, 2008
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