Wie Der Pate entstand
The Godfather Family Album. Auszug aus Mario Puzos Essay
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Das große Problem war, einen Darsteller für die Rolle des Michael zu finden, der wichtigsten Figur in dem Film. Irgendwann schien es, als hätte Jimmy Caan die Rolle. Die Probeaufnahmen mit ihm waren gut. Aber er machte auch gute Probeaufnahmen für die Rolle des Sonny, des anderen Sohns des Paten, und für Hagen. Verdammt, er hätte alle drei Rollen spielen können. Und dann sah es plötzlich so aus, als würde er keine von ihnen spielen. Robert Duvall machte Probeaufnahmen für den Hagen und war perfekt. Ein weiterer Schauspieler gab einen perfekten Sonny ab. So blieb Jimmy Caan für den Michael, aber niemand war so recht glücklich damit. Schließlich kam der Name von Al Pacino auf. Er hatte in New York einen durchschlagenden Bühnenerfolg gehabt, aber noch niemand hatte ihn auf der Leinwand gesehen. Coppola trieb eine Probeaufnahme auf, die Pacino für irgendeinen italienischen Film gemacht hatte, und führte sie vor. Ich fand ihn hervorragend. Ich gab Francis einen Brief, in dem stand, dass Pacino unbedingt im Film mitspielen müsse. Er solle ihn nach eigenem Ermessen einsetzen. Aber es gab auch Einwände. Pacino war zu klein und sah zu italienisch aus. Er sollte ja den Amerikaner in der Familie darstellen. Er sollte etwas vornehm aussehen, ein bisschen nach Ivy League. Coppola meinte immer nur, ein guter Schauspieler sei ein guter Schauspieler. Pacino machte Probeaufnahmen. Die Kamera lief. Er kannte seinen Text nicht. Er erfand eigenen Text. Er begriff überhaupt nicht, wie die Figur angelegt war. Es war grauenhaft. Jimmy Caan hatte das zehnmal besser gemacht. Nach der ersten Szene ging ich zu Coppola und sagte: "Gib mir meinen Brief zurück." "Welchen Brief?" "Den Brief, in dem steht, dass ich Pacino will." Coppola schüttelte den Kopf. "Nur Geduld."
Sie machten den ganzen Tag lang Probeaufnahmen mit Pacino. Sie coachten ihn, sie hörten seinen Text ab, sie kehrten sein Innerstes nach außen. Alles wurde auf Film festgehalten.Nach einem Monat Probeaufnahmen hatten sie jeden auf Film. Es war an der Zeit, das alles im Vorführraum zu zeigen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch mit der Idee gespielt, so ein richtiger Filmmogul zu werden. Die Erfahrung mit dieser Vorführung trieb mir diese Idee gründlich aus und lehrte mich echten Respekt vor den Leuten in diesem Metier. Evans,Ruddy,Coppola und andere saßen Stunde um Stunde, Tag um Tag im Vorführraum. Ich schaffte es ein paar Sitzungen, danach hatte ich genug. Aber das,was sich im Vorführraum zeigt, ist überaus aufschlussreich. Ich war begeistert gewesen, wie gut die Szenen live gewirkt hatten, aber auf Film wirkten sie gar nicht so überzeugend. Einige der Probeaufnahmen waren grauenhaft. Einige der Szenen waren es auch. Andere waren überraschend gut. Eine Szene, die Francis für die Proben ausgesucht hatte,war eine Liebesszene zwischen Kay und Michael. Francis hatte sie so geschrieben, dass Michael an einer Stelle Kays Hand küsst. Ich hatte heftigst widersprochen, und Francis hatte das rausgestrichen. Aber in den Probeaufnahmen küsste nun wieder jeder Schauspieler Kays Hand. "Wieso küssen die der bloß alle die Hand?" rief Francis mir scherzend zu.
Ich wusste, dass er nur Spaß machte, aber es störte mich wirklich. "Weil es Schauspieler sind und keine Gangster", erklärte ich. Meine Verärgerung saß tief. Ich hatte den Eindruck, dass Coppola das Drehbuch so umgeschrieben hatte, dass die Charaktere nun verwässert waren.
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Das große Problem war, einen Darsteller für die Rolle des Michael zu finden, der wichtigsten Figur in dem Film. Irgendwann schien es, als hätte Jimmy Caan die Rolle. Die Probeaufnahmen mit ihm waren gut. Aber er machte auch gute Probeaufnahmen für die Rolle des Sonny, des anderen Sohns des Paten, und für Hagen. Verdammt, er hätte alle drei Rollen spielen können. Und dann sah es plötzlich so aus, als würde er keine von ihnen spielen. Robert Duvall machte Probeaufnahmen für den Hagen und war perfekt. Ein weiterer Schauspieler gab einen perfekten Sonny ab. So blieb Jimmy Caan für den Michael, aber niemand war so recht glücklich damit. Schließlich kam der Name von Al Pacino auf. Er hatte in New York einen durchschlagenden Bühnenerfolg gehabt, aber noch niemand hatte ihn auf der Leinwand gesehen. Coppola trieb eine Probeaufnahme auf, die Pacino für irgendeinen italienischen Film gemacht hatte, und führte sie vor. Ich fand ihn hervorragend. Ich gab Francis einen Brief, in dem stand, dass Pacino unbedingt im Film mitspielen müsse. Er solle ihn nach eigenem Ermessen einsetzen. Aber es gab auch Einwände. Pacino war zu klein und sah zu italienisch aus. Er sollte ja den Amerikaner in der Familie darstellen. Er sollte etwas vornehm aussehen, ein bisschen nach Ivy League. Coppola meinte immer nur, ein guter Schauspieler sei ein guter Schauspieler. Pacino machte Probeaufnahmen. Die Kamera lief. Er kannte seinen Text nicht. Er erfand eigenen Text. Er begriff überhaupt nicht, wie die Figur angelegt war. Es war grauenhaft. Jimmy Caan hatte das zehnmal besser gemacht. Nach der ersten Szene ging ich zu Coppola und sagte: "Gib mir meinen Brief zurück." "Welchen Brief?" "Den Brief, in dem steht, dass ich Pacino will." Coppola schüttelte den Kopf. "Nur Geduld."
Sie machten den ganzen Tag lang Probeaufnahmen mit Pacino. Sie coachten ihn, sie hörten seinen Text ab, sie kehrten sein Innerstes nach außen. Alles wurde auf Film festgehalten.Nach einem Monat Probeaufnahmen hatten sie jeden auf Film. Es war an der Zeit, das alles im Vorführraum zu zeigen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch mit der Idee gespielt, so ein richtiger Filmmogul zu werden. Die Erfahrung mit dieser Vorführung trieb mir diese Idee gründlich aus und lehrte mich echten Respekt vor den Leuten in diesem Metier. Evans,Ruddy,Coppola und andere saßen Stunde um Stunde, Tag um Tag im Vorführraum. Ich schaffte es ein paar Sitzungen, danach hatte ich genug. Aber das,was sich im Vorführraum zeigt, ist überaus aufschlussreich. Ich war begeistert gewesen, wie gut die Szenen live gewirkt hatten, aber auf Film wirkten sie gar nicht so überzeugend. Einige der Probeaufnahmen waren grauenhaft. Einige der Szenen waren es auch. Andere waren überraschend gut. Eine Szene, die Francis für die Proben ausgesucht hatte,war eine Liebesszene zwischen Kay und Michael. Francis hatte sie so geschrieben, dass Michael an einer Stelle Kays Hand küsst. Ich hatte heftigst widersprochen, und Francis hatte das rausgestrichen. Aber in den Probeaufnahmen küsste nun wieder jeder Schauspieler Kays Hand. "Wieso küssen die der bloß alle die Hand?" rief Francis mir scherzend zu.
Ich wusste, dass er nur Spaß machte, aber es störte mich wirklich. "Weil es Schauspieler sind und keine Gangster", erklärte ich. Meine Verärgerung saß tief. Ich hatte den Eindruck, dass Coppola das Drehbuch so umgeschrieben hatte, dass die Charaktere nun verwässert waren.
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The Godfather Family Album
Hardcover + Box, 29 x 44 cm (11.4 x 17.3 in.), 444 Seiten
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An offer you can’t refuse. Bislang unveröffentlichte Fotos zu Coppolas Meisterwerk. Limitierte Auflage von 1.000 nummerierten Exemplaren, einzeln signiert von Steve Schapiro.
Don Michael Corleone
Don Michael Corleone: "I know it was you, Fredo. You broke my heart – you broke my heart!"
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Steve Schapiro; (c) 2008 Paramount Pictures Corporation. The Godfather ist ein eingetragenes Warenzeichen der Paramount Pictures Corporation. Alle Rechte vorbehalten




