TASCHEN-SUMO und wie er in die Welt kam
Von Benedikt Taschen
Zugegeben, wir haben das Folioformat nicht erfunden. Bücher in dieser atemberaubenden Größe, die bei uns XXL-Format oder auch SUMO genannt wird, erfreuen sich bei Bibliophilen seit weit über 500 Jahren großer Beliebtheit. Allerdings dürfen wir unbescheiden zugeben, dass uns dank einer glücklichen Fügung (namens Helmut Newton) mit der Wiederentdeckung dieses Formats eine moderne Erfolgsstory gelungen ist.
Unsere SUMOs sind groß, sie sind großartig und, sprechen wir ein grausames Wort gelassen aus, in den limitierten Ausgaben auch teuer. Da mag der eine oder andere sich fragen: was wurde eigentlich aus der ursprünglichen TASCHEN-Philosophie? Lautete nicht das Verlags-Credo, als TASCHEN Anfang der 80er Jahre die Segel setzte und sich ins unwägbare und tückische Meer des Verlagswesens wagte, aufwändige und "kostbare" Bücher zu einem unschlagbar günstigen Preis jedermann und überall auf der Welt zugänglich zu machen? Ist das nun Geschichte?
Keineswegs. Ob ein Band nun 10 oder 10.000 EUR kostet, selbstverständlich fließt in ihn die gleiche Sorgfalt ein, die gleiche Liebe zum Detail und der Wunsch, ein perfektes Produkt abzuliefern. Der Sammler, der sich frühzeitig einen limitierten XXL-Band sichert, erhält nicht nur ein seltenes und außergewöhnliches Buch, sondern darf sich auch einer beruhigenden und raschen Wertsteigerung gewiss sein. Warum sollte man sich darüber nicht auch freuen? So erzielt der Helmut Newton-SUMO, der 1999 noch 3.000 DM gekostet hat, heute bereits 7.500 EUR, der Peter Beard-Band kletterte innerhalb von zwei Jahren von 1.250 auf 4.000 EUR und Jeff Koons innerhalb weniger Monate von 750 auf 2.500 EUR.
Aber auch der Kunde mit weniger üppigem Budget profitiert von den XXL-Bänden. Denn die kleineren, komprimierten und erschwinglichen Ausgaben, die nach dem Verkauf der limitierten Ausgaben erscheinen, profitieren natürlich von dem immensen Produktionsaufwand, der ihren großen Schwestern und Brüdern zugute gekommen ist. Und man muss nicht einmal seine Versicherung erhöhen, wenn man sie sich ins Regal stellt (wenn man sie überhaupt aus der Hand legen mag). Wenn das keine Win-win-Situation ist, was dann?
Ihr
Benedikt Taschen

2008 Peter Beard
Zugegeben, wir haben das Folioformat nicht erfunden. Bücher in dieser atemberaubenden Größe, die bei uns XXL-Format oder auch SUMO genannt wird, erfreuen sich bei Bibliophilen seit weit über 500 Jahren großer Beliebtheit. Allerdings dürfen wir unbescheiden zugeben, dass uns dank einer glücklichen Fügung (namens Helmut Newton) mit der Wiederentdeckung dieses Formats eine moderne Erfolgsstory gelungen ist.
Unsere SUMOs sind groß, sie sind großartig und, sprechen wir ein grausames Wort gelassen aus, in den limitierten Ausgaben auch teuer. Da mag der eine oder andere sich fragen: was wurde eigentlich aus der ursprünglichen TASCHEN-Philosophie? Lautete nicht das Verlags-Credo, als TASCHEN Anfang der 80er Jahre die Segel setzte und sich ins unwägbare und tückische Meer des Verlagswesens wagte, aufwändige und "kostbare" Bücher zu einem unschlagbar günstigen Preis jedermann und überall auf der Welt zugänglich zu machen? Ist das nun Geschichte?
Keineswegs. Ob ein Band nun 10 oder 10.000 EUR kostet, selbstverständlich fließt in ihn die gleiche Sorgfalt ein, die gleiche Liebe zum Detail und der Wunsch, ein perfektes Produkt abzuliefern. Der Sammler, der sich frühzeitig einen limitierten XXL-Band sichert, erhält nicht nur ein seltenes und außergewöhnliches Buch, sondern darf sich auch einer beruhigenden und raschen Wertsteigerung gewiss sein. Warum sollte man sich darüber nicht auch freuen? So erzielt der Helmut Newton-SUMO, der 1999 noch 3.000 DM gekostet hat, heute bereits 7.500 EUR, der Peter Beard-Band kletterte innerhalb von zwei Jahren von 1.250 auf 4.000 EUR und Jeff Koons innerhalb weniger Monate von 750 auf 2.500 EUR.
Aber auch der Kunde mit weniger üppigem Budget profitiert von den XXL-Bänden. Denn die kleineren, komprimierten und erschwinglichen Ausgaben, die nach dem Verkauf der limitierten Ausgaben erscheinen, profitieren natürlich von dem immensen Produktionsaufwand, der ihren großen Schwestern und Brüdern zugute gekommen ist. Und man muss nicht einmal seine Versicherung erhöhen, wenn man sie sich ins Regal stellt (wenn man sie überhaupt aus der Hand legen mag). Wenn das keine Win-win-Situation ist, was dann?
Ihr
Benedikt Taschen

2008 Peter Beard

