Alle Ausgaben von Arts & Architecture 1945–1954
Einleitung von David Travers
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Willkommen bei Arts & Architecture. Für manche vielleicht sogar ein Willkommen zurück.Was TASCHEN macht, ist wunderbar – erst der Reprint von domus und nun, in zwei Bänden, ein Nachdruck von Arts & Architecture. Mein erster Gedanke, als man das Projekt an mich herantrug,war, wie unglaublich retro. TASCHEN hatte bereits eine monumentale Ausgabe zum Case Study House Program von A&A realisiert. Das schien mir ausreichend. Schließlich war die Zeitschrift ja gerade, sogar fast ausschließlich, durch dieses 20-jährige Förderprogramm für Wohnbauarchitektur bekannt geworden.
Doch Arts &Architecture war mehr als das. Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eine Zeit zu verstehen, die nicht die eigene ist, die Begeisterung der 1940er-, 50erund 60er-Jahre nachzuempfinden,wenn man nicht dabei gewesen ist. In den Vereinigten Staaten waren die Jahre des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit eine energiegeladene Mischung aus Kultur und Politik. Und A&A war am Puls der Zeit,wenn es um Architektur, Kunst oder Musik ging – selbst im Hinblick auf gravierendere Themen, wie die Rassentrennung im Wohnungsbau und im Bildungssystem oder andere Formen der Rassendiskriminierung (und dies noch bevor die Bürgerrechte festgeschrieben wurden).
Das Magazin stand für eine positive Lebensphilosophie; in gewisser Weise hatte es so etwas wie eine Mission. Die moralische Integrität seines Herausgebers John Entenzas – immer wieder aufgelockert durch seinen trockenen Humor – prägte die Zeitschrift. In seinen Editorials, den „Notes in Passing“, schrieb er über seine Unterstützung für die sowjetischen Alliierten, geißelte die Vorurteile, die 1943 zu den Zoot-Suit-Unruhen in Los Angeles geführt hatten und bekräftigte seine lebenslange Unterstützung für die Vereinten Nationen. Diese Editorials verliehen A&A eine gesellschaftliche Relevanz, die weit über die Architektur hinausging.
In erster Linie war Arts &Architecture wie eine Sonne für die Architekten der Westküste, die unter ihren Strahlen wuchsen und gediehen
Peter Yates, ein wahres Universalgenie, schrieb mit intellektuellem Tiefgang und Begeisterung über so gut wie alles, von der Musik solcher Künstler wie John Cage und Charles Ives über die Malerei Philip Gustons bis hin zur Kunst der Maya oder gesellschaftlichen Themen, die bis heute Bedeutung haben. Er formulierte ein Motto für die damalige Zeit, nein, eigentlich für alle Zeit: „Lasst uns den Menschen an erste Stelle setzen, mit Respekt, Mitgefühl und Liebe für den Einzelnen, oder wir werden nie etwas erreichen.“ Blättern Sie durch die Ausgaben der 1940erund 1950er-Jahre und, fast mag ich es nicht sagen, die Ausgaben der 1960er-Jahre; ihre Themen waren ideenreich, frisch und spannend.
In erster Linie jedoch war Arts &Architecture wie eine Sonne für die Architekten der Westküste, die unter ihren Strahlen wuchsen und gediehen: Richard Neutra, R. M. Schindler, Harwell Harris, Gregory Ain, Charles Eames, Lloyd Wright, John Lautner, Ed Killingsworth sowie die Zimmermänner des Stahlbaus – Raphael Soriano, Craig Ellwood, Pierre Koenig – und schließlich im Norden Campbell & Wong und William Wurster. Die Liste scheint endlos, doch ich muss zum Ende kommen. Das Hauptbüro der Zeitschrift am 3305 Wilshire Boulevard in Los Angeles entwickelte sich zum Zentrum für all jene Architekten Südkaliforniens, die ein gemeinsames Anliegen hatten und deren bescheidene, kostengünstige, moderne und beeindruckend effiziente Entwürfe den Grundstock für das Case Study House Program legten und das Einfamilienhaus revolutionierten.
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Willkommen bei Arts & Architecture. Für manche vielleicht sogar ein Willkommen zurück.Was TASCHEN macht, ist wunderbar – erst der Reprint von domus und nun, in zwei Bänden, ein Nachdruck von Arts & Architecture. Mein erster Gedanke, als man das Projekt an mich herantrug,war, wie unglaublich retro. TASCHEN hatte bereits eine monumentale Ausgabe zum Case Study House Program von A&A realisiert. Das schien mir ausreichend. Schließlich war die Zeitschrift ja gerade, sogar fast ausschließlich, durch dieses 20-jährige Förderprogramm für Wohnbauarchitektur bekannt geworden.
Doch Arts &Architecture war mehr als das. Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, eine Zeit zu verstehen, die nicht die eigene ist, die Begeisterung der 1940er-, 50erund 60er-Jahre nachzuempfinden,wenn man nicht dabei gewesen ist. In den Vereinigten Staaten waren die Jahre des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit eine energiegeladene Mischung aus Kultur und Politik. Und A&A war am Puls der Zeit,wenn es um Architektur, Kunst oder Musik ging – selbst im Hinblick auf gravierendere Themen, wie die Rassentrennung im Wohnungsbau und im Bildungssystem oder andere Formen der Rassendiskriminierung (und dies noch bevor die Bürgerrechte festgeschrieben wurden).
Das Magazin stand für eine positive Lebensphilosophie; in gewisser Weise hatte es so etwas wie eine Mission. Die moralische Integrität seines Herausgebers John Entenzas – immer wieder aufgelockert durch seinen trockenen Humor – prägte die Zeitschrift. In seinen Editorials, den „Notes in Passing“, schrieb er über seine Unterstützung für die sowjetischen Alliierten, geißelte die Vorurteile, die 1943 zu den Zoot-Suit-Unruhen in Los Angeles geführt hatten und bekräftigte seine lebenslange Unterstützung für die Vereinten Nationen. Diese Editorials verliehen A&A eine gesellschaftliche Relevanz, die weit über die Architektur hinausging.
In erster Linie war Arts &Architecture wie eine Sonne für die Architekten der Westküste, die unter ihren Strahlen wuchsen und gediehen
Peter Yates, ein wahres Universalgenie, schrieb mit intellektuellem Tiefgang und Begeisterung über so gut wie alles, von der Musik solcher Künstler wie John Cage und Charles Ives über die Malerei Philip Gustons bis hin zur Kunst der Maya oder gesellschaftlichen Themen, die bis heute Bedeutung haben. Er formulierte ein Motto für die damalige Zeit, nein, eigentlich für alle Zeit: „Lasst uns den Menschen an erste Stelle setzen, mit Respekt, Mitgefühl und Liebe für den Einzelnen, oder wir werden nie etwas erreichen.“ Blättern Sie durch die Ausgaben der 1940erund 1950er-Jahre und, fast mag ich es nicht sagen, die Ausgaben der 1960er-Jahre; ihre Themen waren ideenreich, frisch und spannend.
In erster Linie jedoch war Arts &Architecture wie eine Sonne für die Architekten der Westküste, die unter ihren Strahlen wuchsen und gediehen: Richard Neutra, R. M. Schindler, Harwell Harris, Gregory Ain, Charles Eames, Lloyd Wright, John Lautner, Ed Killingsworth sowie die Zimmermänner des Stahlbaus – Raphael Soriano, Craig Ellwood, Pierre Koenig – und schließlich im Norden Campbell & Wong und William Wurster. Die Liste scheint endlos, doch ich muss zum Ende kommen. Das Hauptbüro der Zeitschrift am 3305 Wilshire Boulevard in Los Angeles entwickelte sich zum Zentrum für all jene Architekten Südkaliforniens, die ein gemeinsames Anliegen hatten und deren bescheidene, kostengünstige, moderne und beeindruckend effiziente Entwürfe den Grundstock für das Case Study House Program legten und das Einfamilienhaus revolutionierten.
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Arts & Architecture 1945-54: The Complete Reprint
118 Magazines in 10 Boxes, 25.2 x 32.2 cm (9.9 x 12.7 in.), 6156 Seiten
$ 700.00
$ 700.00
Der vorliegende erste Teil der Edition umfasst zehn Schuber, die je einen kompletten Jahrgang von A&A aus den Jahren 1945–54 enthalten, angefangen mit Entenzas Ausschreibung des Case Study House Programs im Jahr 1945.





